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Univention Corporate Server (UCS) » Basis-Systemdienste
ID #1103
Konfiguration von mmap()-Restriktionen für den Linux-Kernel zur Erhöhung der Systemsicherheit
Auf die ersten Speicherblöcke der virtuellen Speicherverwaltung (VM) des Linux-Kernels (die sogenannte "Zero Page") kann nicht direkt zugegriffen werden. Allerdings können durch den mmap()-Systemaufruf Speicherseiten aus anderen Bereichen eingebunden werden. Diese Funktionalität wird von einigen Applikationen benötigt, die für Emulations-Zwecke systemnah auf Arbeitsspeicher zugreifen müssen. Dies betrifft die Applikationen DosEMU, Wine (nur bei der Ausführung von 16-Bit-Applikationen) und QEmu. Diese Funktionalität ist andererseits aber auch ein Einfallsweg, über den eine besondere Form von Speicherzugriffen (sogenannte NULL-Pointer-Derefenzierungen) im Linux-Kernel zum Ausführen von Code mit erhöhten Systemprivilegien (typischerweise root) führen kann. (Dabei wird durch einen Programmierfehler wie ein nicht-initialisiertes struct im Folgecode NULL dereferenziert und der gemmapte Code ausgeführt).
Über eine Konfigurationseinstellung kann die niedrigste Addresse konfiguriert werden, die von mmap() verwendet werden kann. Wenn die oben genannten Applikationen benötigt werden, sollte der Standard-Wert beibehalten werden. Ansonsten empfiehlt es sich diesen Wert wie nachfolgend beschrieben zu erhöhen, um die Ausnutzung von NULL-Pointer-Derefenzierungen zu lokalen Root-Exploits zu vermeiden. Diese Schritte müssen auf jedem UCS-System unabhängig von der Systemrolle ausgeführt werden:
Über eine Konfigurationseinstellung kann die niedrigste Addresse konfiguriert werden, die von mmap() verwendet werden kann. Wenn die oben genannten Applikationen benötigt werden, sollte der Standard-Wert beibehalten werden. Ansonsten empfiehlt es sich diesen Wert wie nachfolgend beschrieben zu erhöhen, um die Ausnutzung von NULL-Pointer-Derefenzierungen zu lokalen Root-Exploits zu vermeiden. Diese Schritte müssen auf jedem UCS-System unabhängig von der Systemrolle ausgeführt werden:
- Editieren Sie die Datei /etc/sysctl.conf und fügen Sie dort folgende Zeile ein:
vm.mmap_min_addr=4096
- Veranlassen Sie nun den Kernel, den neuen Wert auszulesen:
/etc/init.d/procps.sh restart
- Nun sollte der neue Wert (4096) in /proc angezeigt werden:
cat /proc/sys/vm/mmap_min_addr
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Letzte Änderung der FAQ: 2011-01-27 15:21
Autor: Moritz Mühlenhoff
Revision: 1.2
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